Worum geht es?

Wahrer Wert in der KI-Content-Erstellung entsteht erst, wenn der menschliche Faktor – die eigene Erfahrung und der individuelle Stil – zum Kern des Prompts wird. Wer nur generische Befehle gibt, erhält wertlose Massenware; wer seine Expertise einwebt, erschafft digitale Unikate mit hoher Relevanz – einfach authentische KI-Texte.


Haben Sie sich schon einmal gefragt, warum manche Texte Sie sofort fesseln, während andere sich wie trockenes Knäckebrot lesen? Warum fühlen sich so viele KI-generierte Artikel heute austauschbar und seelenlos an, obwohl die Technik dahinter doch angeblich so brillant ist? Und vor allem: Wie schaffen Sie es, dass Ihre Leser Ihre Inhalte nicht nur überfliegen, sondern wirklich wertschätzen?

Die Antwort auf diese Fragen liegt nicht in der Rechenleistung der Server von OpenAI oder Google. Sie liegt in einer Geschichte, die weit über fünfzig Jahre zurückreicht und von einem ganz besonderen Golfschläger handelt. In diesem Artikel erfahren Sie, warum Ihre persönliche Note der einzige Faktor ist, der zwischen digitalem Datenmüll und echtem Mehrwert entscheidet. Ich zeige Ihnen, wie Sie Ihre Expertise so in die Künstliche Intelligenz einspeisen, dass am Ende Texte entstehen, die unverwechselbar nach Ihnen klingen.


Der 150.000-Dollar-Golfschläger: Was Wert wirklich erzeugt

In meinen Seminaren erzähle ich leidenschaftlich gerne die Geschichte von John F. Kennedy. Es geht dabei um einen ganz gewöhnlichen Golfschläger aus seinem Besitz. Vor einigen Jahren wurde dieses Stück Metall bei einer Versteigerung für die astronomische Summe von über 150.000 Dollar verkauft.

Nun müssen wir uns die Fakten ansehen: John F. Kennedy war kein besonders herausragender Golfspieler. Der Schläger selbst war handwerklich solide, aber kein exklusives Einzelstück aus Gold oder Platin. Sein Materialwert lag vielleicht bei ein paar Dollar, sein Nutzwert für einen Sammler – wenn man den Namen Kennedy streicht – vielleicht bei zwei- oder dreitausend Dollar.

Warum also blättert jemand 150.000 Dollar dafür hin?

Die Antwort ist simpel: Es war der Schläger von JFK. In dem Moment, in dem wir einen Gegenstand oder eine Information mit einem Menschen, seiner Geschichte und seiner Aura verbinden, explodiert der Wert. Ohne die Verbindung zu Kennedy ist es nur altes Eisen. Mit der Verbindung ist es ein historisches Artefakt.

Genau hier liegt die Analogie zu Ihren KI-Texten. Ein Text, den die KI ohne Ihren Input, ohne Ihre Meinung und ohne Ihre Erfahrung ausspuckt, ist wie dieser Golfschläger ohne den Namen Kennedy: Er ist im Grunde wertlos. Er ist generisch, er ist überall verfügbar und er hinterlässt keinen Eindruck. Wenn Sie jedoch lernen, Ihre Expertise, Ihre Einordnung und Ihre ganz persönliche Note in den Prompt – also den Befehl an die KI – einzuweben, dann erschaffen Sie etwas von bleibendem Wert. Wir wollen keine digitalen Wikipedia-Kopien. Wir wollen Sie lesen.


Ihr digitaler Fingerabdruck: Stil ist mehr als nur Grammatik

Wenn ich Menschen beim Schreiben mit KI coache, merke ich oft eine große Sorge: „Verliere ich nicht meine eigene Stimme, wenn die Maschine für mich schreibt?“

Meine Antwort darauf ist immer ein klares Nein – vorausgesetzt, Sie wissen, wie Sie Ihren Stil definieren. Jeder von uns hat einen ganz eigenen Schreib-Rhythmus. Denken Sie einmal darüber nach: Verwenden Sie lieber kurze, knackige Sätze? Oder neigen Sie zu komplexen, verschachtelten Gedankengängen, die ein Thema tief durchdringen? Stellen Sie in Ihren Texten oft rhetorische Fragen, um den Leser zum Nachdenken anzuregen?

All das ist Ihr persönlicher Stil. Er setzt sich aus verschiedenen Komponenten zusammen:

  • Wortwahl: Nutzen Sie eher ein gehobenes Vokabular oder schreiben Sie so, wie Ihnen der Schnabel gewachsen ist?
  • Satzbau: Wie variieren Sie Ihre Sätze? Ein rhythmischer Wechsel zwischen kurzen Statements und längeren Erklärungen hält den Leser wach.
  • Tonfall: Sind Sie der kumpelhafte Mentor, der kühle Analytiker oder der inspirierende Visionär?

In meiner Erfahrung scheitern die meisten daran, der KI genau diese Details mitzugeben. Wenn Sie der KI nur sagen: „Schreibe einen Blogartikel über Marketing“, wird sie den kleinsten gemeinsamen Nenner wählen. Das Ergebnis ist langweilig. Wenn Sie ihr aber sagen: „Schreibe in einem direktem, professionellen Ton, nutze kurze Sätze für wichtige Aussagen und stelle dem Leser regelmäßig Fragen“, dann nähert sich die KI Ihrem digitalen Fingerabdruck an.


Authentizität lässt sich nicht simulieren – oder doch?

Die KI kann keine eigenen Gefühle haben. Sie hat keine schlaflosen Nächte hinter sich, in denen sie über ein Business-Problem gegrübelt hat. Sie hat keine Freude empfunden, als das erste Projekt erfolgreich abgeschlossen wurde. Das sind Dinge, die nur Sie liefern können.

Ein Text wird dann authentisch, wenn er Ihre Gedanken und Erfahrungen widerspiegelt. Ich bin fest davon überzeugt, dass die wertvollsten Texte diejenigen sind, in denen der Autor sagt: „Ich habe die Erfahrung gemacht, dass…“ oder „Meiner Ansicht nach ist dieser Trend gefährlich, weil…“.

Wenn Sie einen Prompt erstellen, müssen Sie die KI mit diesen Rohmaterialien füttern. Erzählen Sie der KI von Ihren Fehlern, von Ihren Siegen und von Ihrer spezifischen Sichtweise auf ein Problem. Die KI ist ein fantastisches Werkzeug, um diese Gedanken zu strukturieren und in Form zu bringen, aber der Funke der Authentizität muss von Ihnen kommen. Ein KI-Text ohne Ihre persönliche Einordnung bleibt eine hohle Hülle. Er ist fachlich vielleicht korrekt, aber er bewegt niemanden.


Tiefe statt Oberfläche: Für wen schreiben Sie eigentlich?

Ein entscheidender Punkt bei der Erstellung von Inhalten ist die Frage nach der Relevanz und der Tiefe. Ich erlebe oft, dass Texte entweder zu oberflächlich bleiben oder völlig am Zielpublikum vorbeischießen.

Bevor Sie die KI bitten, einen Text zu generieren, müssen Sie sich klar werden: Was ist das Ziel? Wollen Sie einen Überblick geben, um Einsteiger abzuholen? Oder planen wir einen „Deep Dive“, der auch Experten noch neue Erkenntnisse liefert?

Die Sorgfalt bei der Definition der Zielgruppe ist hierbei Ihr wichtigstes Werkzeug. Ein Text für ein achtjähriges Kind muss ganz anders klingen als eine Analyse für einen erfahrenen Geschäftsführer, selbst wenn das Thema identisch ist. Stellen Sie sich vor, Sie erklären das Thema „Zinsen“. Einem Kind würden Sie vielleicht von einem Sparschwein erzählen, das über Nacht wie durch Zauberei voller wird. Einem Finanzvorstand präsentieren Sie Zinskurven und Inflationsmodelle.

Gutes Prompting bedeutet, der KI diesen Kontext mitzugeben. Wer ist der Leser? Welches Vorwissen bringt er mit? Welche Sprache spricht er? Nur so vermeiden Sie Texte, die zwar schön klingen, aber am Ende niemanden erreichen.


Die Architektur Ihrer Botschaft: Strukturen, die wirken

Erinnern Sie sich noch an den Deutschunterricht? Einleitung, Hauptteil, Schlussteil. Das ist das solide Fundament, auf dem fast jeder Text steht. Aber wenn wir im Bereich Online-Marketing und Business-Kommunikation unterwegs sind, brauchen wir oft Werkzeuge, die schärfer geschliffen sind.

Ich nutze in meiner Praxis sehr gerne bewährte Strukturen wie das AIDA-Modell. Es ist ein Klassiker, der auch im Zeitalter der Künstlichen Intelligenz nichts von seiner Relevanz verloren hat:

  • Attention (Aufmerksamkeit): Wie hole ich den Leser in den ersten zwei Sekunden ab?
  • Interest (Interesse): Wie halte ich ihn bei der Stange, indem ich ein Problem oder eine spannende Lösung beschreibe?
  • Desire (Verlangen): Wie wecke ich den Wunsch nach mehr Informationen oder einer Lösung?
  • Action (Handlung): Was soll der Leser jetzt tun?

Wenn Sie der KI vorgeben, dass Ihr Text dieser Struktur folgen soll, wird das Ergebnis deutlich konversionsstärker sein als ein simpler Aufsatz. Sie geben der Maschine den Bauplan, und sie setzt die Steine für Sie zusammen. Das spart Ihnen Zeit, ohne dass die strategische Qualität leidet.


Von der Zielgruppe zur Persona: Den Leser wirklich verstehen

Wir müssen noch einen Schritt weiter gehen als nur zur demografischen Zielgruppe (Alter, Geschlecht, Wohnort). Wenn Sie das volle Potenzial Ihrer KI-Texte ausschöpfen wollen, müssen Sie mit Personas arbeiten.

Im Marketing beschreiben wir Personas als detaillierte Wunschkunden. Es geht nicht nur darum, dass „Markus 45 Jahre alt ist und in München wohnt“. Es geht darum, was Markus nachts wachhält. Vor welchen Risiken hat er Angst? Mit welchen Problemen kämpft er in seinem Arbeitsalltag bei einem mittelständischen Unternehmen? Was wünscht er sich wirklich für seine Karriere oder sein Privatleben?

Wenn Sie diese Befindlichkeiten, Wünsche und Schmerzpunkte in Ihren Prompt integrieren, geschieht etwas Magisches. Die KI kann dann Texte formulieren, die den Leser direkt ins Herz treffen. Sie spricht genau die Sprache, die Markus versteht, und bietet Lösungen für die Probleme an, die er tatsächlich hat.

Dabei bleibt der Text trotzdem Ihr Text. Warum? Weil die Strategie dahinter, die Einschätzung der Probleme und die angebotenen Lösungen auf Ihren Werten und Ihrer Expertise basieren. Die KI übernimmt lediglich die Schwerstarbeit der Formulierung.


Die Entstehung dieses Artikels: Ein Blick hinter die Kulissen

Lassen Sie uns kurz innehalten. Dieser Text, den Sie gerade lesen, ist das beste Beispiel für alles, was ich Ihnen gerade erklärt habe. Ja, ich habe Künstliche Intelligenz genutzt, um diese Zeilen zu formen. Aber – und das ist das entscheidende Aber – jeder einzelne Gedanke, jede Anekdote über JFK und jede marketingstrategische Einordnung stammt von mir.

Ich habe der KI nicht einfach gesagt: „Schreibe einen Artikel über KI-Texte“. Ich habe ihr meine Erfahrungen aus meinen Seminaren diktiert. Ich habe ihr erklärt, warum mir der Vergleich mit dem Golfschläger so wichtig ist. Ich habe meinen bevorzugten Schreibstil definiert: professionell, direkt, ohne Emojis, mit rhetorischen Fragen und einem Fokus auf Storytelling.

Das Ergebnis ist ein hybrider Text. Er ist effizient entstanden, trägt aber zu 100 Prozent meine Handschrift. Das ist die Zukunft der Arbeit mit künstlicher Intelligenz. Es geht nicht um „Mensch ODER Maschine“. Es geht um den Experten, der die Maschine wie ein Präzisionswerkzeug nutzt, um seine Botschaft lauter und klarer zu verbreiten.


Fazit

Zusammenfassend lässt sich festhalten: Die Qualität eines KI-Textes wird niemals durch die Technologie allein bestimmt. Sie wird durch den Menschen bestimmt, der die Maschine füttert. Ein generischer Text ist wie ein wertloser Golfschläger – er nimmt Platz weg, aber er erzielt keinen Preis. Erst durch Ihre Expertise, Ihren Stil und Ihr tiefes Verständnis für Ihre Zielgruppe bekommt der Text den „Kennedy-Faktor“.

Nutzen Sie die KI als Ihren verlängerten Arm, nicht als Ihren Ersatz. Wenn Sie lernen, Ihre Persönlichkeit in Ihre Prompts zu gießen, werden Sie Texte erstellen, die nicht nur gelesen werden, sondern die wirken.

Was Sie mitnehmen sollten

  • Persönlichkeit ist Wert: Ein Text ohne Ihre eigene Meinung und Erfahrung ist austauschbar. Verleihen Sie Ihren Inhalten durch subjektive Einordnungen Gewicht.
  • Stil definieren: Analysieren Sie Ihren eigenen Schreibstil (Satzlänge, Tonfall, Wortwahl) und geben Sie diese Parameter explizit als Anweisung an die KI weiter.
  • Kontext liefern: Eine KI braucht Futter. Erzählen Sie ihr von Ihrer Zielgruppe, deren Sorgen und Wünschen. Je genauer die Persona, desto präziser das Ergebnis.
  • Strukturen nutzen: Verlassen Sie sich nicht auf den Zufall. Nutzen Sie bewährte Marketing-Modelle wie AIDA, um Ihre Leser gezielt zu führen.
  • Expertise einbringen: Die KI kann Fakten sortieren, aber sie kann keine echten menschlichen Erfahrungen erfinden. Diese müssen immer von Ihnen kommen.

Jetzt ist der richtige Zeitpunkt

Wenn Sie wissen möchten, wo KI in Ihrem Unternehmen wirklich Sinn ergibt, welche Prozesse priorisiert werden sollten und wie Sie Sicherheit in Ihre Zukunftsplanung bringen, ist eine strukturierte Analyse der nächste logische Schritt.

Nicht irgendwann. Sondern jetzt.